Konzertschau

Puppetmastaz (Radiokonzert) - Münster, Skaters Palace
18. Dezember 2005

Ein fettes Intro zur Begrüßung, schon ging sie los, die wilde Puppenjagd. Zur Überraschung der Kopfnicker im Café des Skaters Palace erschien Elvis, respektive sein Kopf, auf der Bühne und stimmte einen seiner alten Songs an. Klar, dass Mr. Maloke da intervenieren musste. Der knautschgesichtige Maulwurf und Mastamind der Puppetmastaz duldet keine seichte Unterhaltung: "Are you ready for the Puppetmastaz?". Schließlich waren die Puppen nach Münster gekommen, um dem Hip Hop zu huldigen. Nicht um Kasperletheater zu spielen.

Normalerweise füllen sie deutlich größere Hallen. Der Auftritt von Superstars im intimen Rahmen, so was gibt’s nur bei den Radiokonzert der Campusradios NRW. Synthetisch-elektronisch pumpten die Beats beim "Creature Funk" der Mastaz. Es hat was wahnsinniges, Puppen über einen längeren Zeitraum beim Rappen und Tanzen zuzusehen. Allein die verschiedenen Gestalten, die da über die Bühne wuselten. Gar nicht so leicht den Überblick zu behalten, so wild ging es zu. Mr. Maloke, Lurch The Wizard, Panic The Pig und Snuggles The Bunny, sind die Protagonisten, soviel blieb hängen. Und die haben es drauf: "Bigger The Better", "Puppetmad", besonders die Songs vom neuen Album überzeugten.

Zwischen den Songs batteln die selbsternannten Puppenmeister in witzigen Soloeinlagen gegeneinander. Lurch The Wizard hypnotisierte Miss Piggy, die sich als völlig überdrehte Schweinediva gerierte. Mr. Maloke geriet an Yoda, den grünen Jedimeister. Der beschwerte sich übers Catering bei den Plüschgangstern und bekam dafür prompt eins mit dem Lichtschwert auf die Nase. Als den Puppen der Verstärker durchbrennt, bekamen die "Sneakerboots", ihre menschlichen Handlanger, die Chance ins Rampenlicht zu treten. Dicke Afroperücken und Adidasjogginganzüge, so sieht die Uniform der Puppenbühnenarbeiter aus. Klar, dass Mr. Maloke und Co. kein gutes Haar an der Performance lassen. "Humans" haben es einfach nicht drauf.

Dem Publikum gefiel es. Mit repariertem Equipment geht die Puppenshow dann in die zweite Runde. Wasser wird ins Publikum gespritzt, auf der Leinwand hinter der Bühne rotierten die Videobilder und vorne rockten die Puppen. Schwindelerregend gut. Nach siebzig prall mit "Pet Sound" gefüllten Minuten packen die Mastaz endgültig ein. Da der Applaus nicht aufhören wollte, durften bzw. mussten die "Sneakerboots" noch für drei Zugaben raus. Doch auch das heilte Münster nicht vom Puppenwahnsinn. (Daniel Grimm, Radio Q)

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