Konzertschau

Pipettes & The Michelles - Köln, Prime Club
18. Oktober 2006

Mittwoch, ein wunderschöner Tag, die Sonne lacht, jedoch habe ich keine Zeit ihn zu genießen. Filmdrehen an der Uni ist angesagt und dann auf Arbeit. Immer im Hinterkopf
Gas geben, um rechtzeitig fertig zu werden, damit ich auch nichts von der Show verpasse. Pustekuchen - immer wenn man keine Zeit hat, rennt diese als gebe es keinen Morgen. Na ja egal. Feuer gemacht und um 21.30 den Prime Club betreten. Genau zum ersten Akkord von The Michels. Super, geschafft! Zwar heftig abgehetzt aber glücklich.

The Michelles rockten auch gleich gut los. Yeehaa, das wird ein großartiger Abend, dachte ich mir gleich und orderte ein Kühles Blondes an der Bar. Nach ein paar Stücken von The Michels musste ich dann leider feststellen, dass die Jungens mir doch nicht mehr so gut gefielen wie zum Zeitpunkt meiner Ankunft. Ein bisschen Mando Diao hier, ein bisschen Block Party da. Als weitere Zutaten fallen mir dann noch diverse "The" Bands ein. You name it, you got it. Alles in Allem keine schlechte Band. Vor allem sind sie auf der Bühne sehr engagiert und zelebrieren ihre Musik. Mir jedoch fehlte die Eigenständigkeit. Nach 35 Minuten war die Vorstellung der The Michelles dann auch schon wieder vorbei und die Vorfreude auf die Pipettes stieg ins Unermessliche. Noch schnell ein neues Bier geordert und auf nach vorn. Wenn schon denn schon, dachte ich mir, und war mit dem Gedanken nicht allein.

Auf einmal wurde es in den vorderen Regionen ziemlich kuschelig. Der Umbau verflog als hätte er nicht stattgefunden. Es wurde Dunkel und Action. Das die Pipettes nicht nur gut aussehen sondern auch noch hervorragend zusammen singen können, stellten sie auch gleich mit dem ersten Stück unter Beweis. Dreistimmiger Soulpop vom feinsten. Zuckersüß und Mann/Frau schmelzt einfach so dahin. Mir kam es vor als würde ein Zauber der 60er durch den Raum fliegen, welcher sich vom ersten bis zum letzten Song immer mehr intensivierte. Die Begeisterung stieg mit jeder Nummer, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen Gästen. Dies lag, denke ich, sowohl an den großartigen Tanzeinlagen der drei Pipetten, welche animierend aufs Publikum zu wirken schienen, als auch am Rotieren der Ladys am Mikrophon. Jede übernahm mal die Rolle der Leadsängerin und somit die Hauptrolle des jeweiligen Stückes. Das gab dem Ganzen noch eine weitere prickelnde Frische. Und glaubt mir, alle drei haben auf ihre Art und Weise ein Goldkelchen, welches dann auch wiederum zum textlichen Inhalt der Stücke, wie die Faust auf´s Auge passt. So muss das sein.
Die Pipettes sind auf jeden Fall was für´s Ohr und natürlich auch für´s Auge - einfach jedem zu empfehlen... (Chris Taubert, hochschulradio Düsseldorf)

Archiv aller Konzertberichte

radiobar