Konzertschau

Olli Schulz & der Hund Marie - Düsseldorf, Zakk
10. April 2007

Beim Betreten des Saals sah es aus, als ob es nicht voll werden sollte an diesem Abend. Aber diese Vermutung bestätigte sich nicht. Die meisten Besucher rechneten wohl mit der kleinen Verspätung, mit der das Konzert anfing und kamen stilecht auch etwas später ins Zakk nach Düsseldorf.

Den Konzertanfang um kurz nach 21 Uhr machte aber noch nicht der allseits erwartete Olli Schulz, sondern ein Mann mit Bart, der von den meisten im Publikum fälschlicherweise als Gitarrenstimmer aufgefasst wurde. Getuschel, Mutmaßungen, Kopfschütteln und Ratlosigkeit konnte man aus der Menge heraus wahrnehmen. Nach einiger Zeit stellte sich aber heraus, dass dieser Mann mit Bart Felix Gebhart von „Home of the Lame“ war. Er sollte in Vorbandmanier an diesem Abend das Publikum auf den Hauptact vorbereiten. Das fiel Gebhart allerdings schwer. Er fühlte sich, alleine auf der Bühne, sichtlich nicht sehr wohl. Mehrmals vergaß der den Text, verspielte sich und redete sich heraus. Getuschel, Mutmaßungen und Ratlosigkeit, was das da oben eigentlich sollte, blieben somit. Aber nach ein paar Songs mit lauter, übersteuerter Gitarre machte er die Bühne frei. Jetzt konnte der Bühnenumbau beginnen, der sich für alle in die Länge zog.

Das eigentliche Konzert begann mit einem Film-Intro, was den 29 jährigen in ironischer Weise Backstage zeigte. Dann kam er auf die Bühne und begann, aber nicht mit seinem ersten Song, sondern er begann zu reden. Lange Moderationen liegen dem Ex-Hamburger und prägen seine Konzerte ebenso, wie seine Musik. Ohne seine langen, ausschweifenden Moderationen, wären seine Konzerte nur halb so lustig. Und so erzählte er auch an diesem Abend wieder viel. Von kuriosen Begebenheiten in alten Jobs, von Erlebnissen aus dem täglichen Leben und parodierte ein wenig das Musikbusiness. Ein Abend der auf das Zwerchfell ging. An den Moderationen war nur eine Kleinigkeit auszusetzen: Selbstverständlich kann man sich nicht ständig neue Moderationen ausdenken und Olli Schulz wird jeden Abend die gleichen Witze machen. Aber leider waren einige der Moderationen schon mit auf der Bonus-CD seines neusten Albums zu finden. Das war nicht so kreativ.

Kreativ waren aber wieder viele Texte von Olli Schulz, der mit seinem neusten Album „Warten auf den Bumerang“ insgesamt gefühlvoller geworden ist.
Trotz alledem war es auch ein Konzert zum abrocken, denn anders als das exklusive Radiokonzert der CampusRadios NRW im letzten Jahr war es kein reines Olli Schulz- Konzert, sondern diesmal waren es Olli Schulz und der Hund Marie, die auf der Bühne abgingen. Ebenso das Publikum, das Schulz immer wieder mit einbezog. Er sprach es an, schenkte einigen Leuten CDs und einer musste/durfte sogar auf der Bühne singen. So waren am Ende des Konzert alle aufgeladen und heiß auf eine Zugabe, die Selbstverständlich war. Leider versagt zum Schluss die Technik. Olli Schulz konnte sich aber überreden, trotz kaputten Mikros weiter zu machen und bereitete dem Ganzen noch ein schönes Ende. (Jan Ossowicz, hochschulradio düsseldorf)

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