Konzertschau

Nouvelle Vague - Dortmund, Konzerthaus
30. Januar 2009

Punk und New Wave Klassiker im Bosa Nova Gewand, Easy Listening meets Hardcore, aus Punk wird Coffeehouse. Nicht weniger und nicht mehr hatte ich von diesem Abend im Konzerthaus erwartet.
Nouvelle Vague spielten im Rahmen des Pop-Abo auf und enttäuschten nicht. Die beiden Hauptköpfe hinter dieser Band hatten an diesem Abend wenig zu melden. Anders als auf den Alben, wo der Song jeweils im Mittelpunkt steht, die Sängerinnen ausgetauscht werden, gehörte die Bühne hier absolut den beiden zauberhaften Sängerinnen Melanie Pain und Nadeah Miranda. Beide
blutjung, beide toll auf ihre Art. Melanie Pain deutlich zurückhaltender als die extrovertierte Nadeah Miranda, aber keineswegs im Schatten der selbigen, beide im kurzen Kleidchen.

Mal sangen sie gemeinsam, mal hatte jede ihren eigenen kleinen Auftritt. Nach "Too Drunk To Fuck" von den Dead Kennedys
kündigte Melanie Pain an, jetzt würde es ernsthaft: "It´s not a song about fucking someone, it´s about the Queen of England!". Es folgte "God Save the Queen" der Sex Pistols. Schmunzel. Hier durfte das Publikum kräftig mitmachen, "Noooo fuuuture! No fuuuturee for meee!" "Bela Lugosi´s Dead" war nur einer von vielen Höhepunkten, umgesetzt als Duett aus Schlagzeug und Gesang; Gänsehaut!! Die Songs, so anders als im Original und doch so vertraut. Diese Songs kann einfach nichts zerstören. Im
Publikum tuschelten sich unterdies laufend Köpfe zusammen "Warte, von wem ist das denn nochmal?" bis dann schließlich die Erkenntnis kam: The Cure, Joy Division, the Clash, Billy Idol und so weiter. Großartig.

Auf der Bühne war deutlich mehr los, als ich erwartet hätte. Zeitweise auch über den Bühnenrand hinaus, z.B. als Nadeah Miranda sich durch das Publikum schlängelte, über Schöße, Köpfe, Reihen hinweg. Zur Zugabe schließlich standen alle, auf den Rängen wurde heftigst getanzt. Ja, tatsächlich
getanzt, wer hätte das erwartet? Die Dortmunder wollten mehr und bekamen das auch. Standing Ovations lockten dann zur spontanen Zugabe "Eisbär" von Grauzone. Ein bisschen unsicher - der
Deutsch-Kentnisse wegen - aber dafür umso enthusiastischer vom Publikum empfangen. Guter Abend. (Kristina Budde, eldoradio*)

Setlist:

1. 100 Years

2. A Forest

3. Dancing With Myself

4. Master and Servant

5. Ever Fallen In Love

6. Blue Monday

7. Human Days

8. Guns of brixton

9. Too Drunk To Fuck

10. God Save The Queen

11. Grey Day

12. Marooned

13. Dance With Me

14. Teenage Kicks

15. Blister in The Sun

16. Bela Lugosi´s Dead

17. Friday Night

18. Love Will Tear Us Apart

19. Just can´t get Enough

20. Girl You Want

21. Eisbär

22. Love Song

23. In a Manner

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