Konzertschau

Killers, The / Ambulance - Köln, Gebäude 9
5. November 2004

Eine Band aus Las Vegas macht ein richtig gutes Album, mit Gitarren, mit feinsten 80ies-like Synthies, mit Melodie + Charme, kündigt dann einige Konzerte in Deutschland an, sagt davon wiederum einige wieder ab und es bleiben nur zwei Shows auf deutschem Boden übrig. Diese sind dann entsprechend gefragt und in Windeseile ausverkauft. Kurz gesagt: The Killers gastierten im Kölner Gebäude 9 und die Hütte war rappelvoll!

Das Debut-Album „Hot Fuss“ der vier Jungs aus der Wüste hatte mich persönlich schon überzeugt und ließ mich eine Killershow (ein Brüller-Gag!!) erwarten. Nachdem „Ambulance“ den Abend recht nett aber unspektakulär eröffnet hatten, traten vier, in dunkle Anzüge gekleidete Herren auf die Bühne. Jetzt kann’s endlich losgehen, dachte ich mir, bereit zu tanzen was das Zeug hält und… von wegen! Gähnend nuschelt Sänger Brandon Flowers „er sei müde“ ins Mikro und das Trauerspiel beginnt. Wie kann eine Band, die ein so geiles Album gemacht hat, so uninspiriert auftreten, so lieb- und willenlos auf der Bühne stehen und die eben noch geliebten Songs so gelangweilt runterspielen? Der Sound war in Ordnung, da hab ich schon schlimmeres gehört, aber es gab praktisch keine Ansagen zwischen den Songs, selbst ein Song wie „Somebody Told Me“ konnte nicht wirklich was reißen und nach nur gut einer Stunde verschwand die Band auch schon wieder. Okay, sie haben ja bislang auch nur dieses eine Album und dementsprechend auch nur gute 50 Minuten Musik geschrieben, aber sich so eine gelangweilt-arrogante Art schon nach dem Debut anzueignen ist wirklich unnötig!
Dass eine derartige Darbietung nicht gefiel zeigte das sonst sehr feiertaugliche Kölner Publikum auch mit einer erschreckenden Stille und zurückhaltendem Applaus. Ich war also nicht die Einzige, die sich von diesem Abend mehr erhofft hatte. So schade! Ich hoffe jetzt einfach, das The Killers wirklich nur müde waren und verdammt schlecht drauf, denn sonst sind Siegfried und Roy auch weiterhin der einzige Rock’n’Roll den Las Vegas zu bieten hat.
(Kristina Budde, eldoradio*)

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