Konzertschau

Hives, The / CDOASS - Köln, E-Werk
28. Oktober 2004

Meine Mission mit dem Kopf des Tyrannosaurus Hives ins Konzert zu gehen, muß man leider als gescheitert sehen, aber aller Frust über ein nicht so gelungenes Interview war schnell vergessen, als die Vorband CDOASS aus Fagersta (dem Heinamtort der Hives) auf die Bühne kamen. In gefühlten 25 Minuten zeigten sie, dass sie das Zeug haben in Zukunft noch richtig groß zu
werden.

Um 21 Uhr ging´s dann los, im Hintergrund leuchtete der The-Hives-Schriftzug in blutrot, umgeben von drei Reihen blinkenden Lämpchen (meine Fresse, wenn dat nich dekadent ist dann weiß ich es auch nich). Der Opener ´Abra Cadaver´ zündete ein Feuerwerk der guten Laune und eröffnete einen schicken Reigen bunter Melodien *lach*.

Nach einigen Songs zeigte dann
Howlin´ Pelle Knackarsch ähm Almqvist, dass er eine seltsame Auffassung von Humor besitzt. In Köln das Publikum als München anzusprechen kann ins Auge gehen, aber wenn einer in NRW Humor besitzt dann de Kölner. Bei der Aufforderung ´Munich´ zu brüllen, buhte das Publikum, bei ´The Hives´jubelte es. Nach dem nächsten Song attestierte Pelle dem Publikum, dass man
in Köln einen Scherz vertragen könne.

Vertragen konnten wir auch eine Menge großartiger Songs, fast alle von ´Tyrannosaurs Hives´, vieles von der ´Veni Vidi Vicious´ und auch ein paar von ´Barely Legal´. ´Walk Idiot Walk´ haute mich ebenso aus den Schuhen wie ´Main Offender´ oder ´aka I-D-I-O-T´.

Was kann man da zu meckern finden, nix. Fünf Männer, die sich
tyrannosaurisch als Einheit präsentierten, stylish as hell und witzisch bis zum Lachanfall. Wenn das Publikum nicht laut genug kreischt, droht man ihm einfach an, es wieder München zu nennen und dann klappt das schon. Köln als Stadt bekommt da einen eigenwilligen Geruch angedichtet, denn als Pelle sich
das Jackett auszieht, verkündet er nach 2 1/2 Wochen auf Tour schon wie Köln zu riechen. Auch einzelne Menschen im Publikum bekommen ihr Fett weg. Kostprobe gefällig? Gut: ´Henrik Larsson, das ist eine Rock ´n´ Roll Show, du bist hier falsch´.

Der wohl grandioseste Moment der Show ist der, an dem die Hives ihre persönliche Pause-Taste drücken und sich keinen Millimeter mehr bewegen (bis auf Pelle, der mit den Augen rollt), und das für gute 1-2 Minuten. Grandios, wie auch der Rest des einstündigen Konzertes.

Ja richtig, 60 Minuten, aber mal ehrlich, bei wem hätte es für mehr gereicht? Nach drei Zugaben fühlte ich mich wie Brutus, der ordentlich Popoklatsche vom Tyrannosaurus Hives kassiert hatte. Aber so muß das sein ´Here we go again´!!!

(Katrin Jungmann, CT das radio)

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