Konzertschau

Franz Ferdinand / Wir Sind Helden - Düsseldorf, Philipshalle
20. März 2004

Dass die englische Musikpresse mit Lobhudeleien immer schnell bei der
Sache ist, ist ja
hinlänglich bekannt.
Manchmal liegt sie
damit genau richtig
so wie bei Franz
Ferdinand. Und das
die vier Jungs aus
Glasgow den Hype
verdient haben,
konnten sie als
Support von Wir sind
Helden am 11.3.2004
in Düsseldorf
beweisen. Das war
wahrlich keine
leichte Aufgabe, war
doch die
Phillipshalle
ausverkauft. 7500
Leute, die auf
deutschen
Gitarren-Pop von Wir
Sind Helden
warteten. Aber das
konnte die Jungs,
die sich als Ziel
gesetzt hatten
Mädchen zum Tanzen
zu bringen, nicht
nervös machen. Denn
sie haben mit „Franz
Ferdinand“ ein Album
voller Hits und
Tanzbodenbrecher in
der Hinterhand. Und
das ist nicht nur
meine Meinung,
sondern auch die von
7499 anderen
Konzertbesuchern.

Ich habe noch keine
Vorband gesehen, die
vom Publikum so
begeistert
aufgenommen wurde.
Tobender Beifall
nach jedem Song,
nicht nur nach den
Singles („Darts Of
Pleasure“ und „Take
Me Out“), und vor
allem tanzende
Mädchen. Nicht nur
musikalisch wusste
man zu begeistern,
hat doch Gitarrist
Nick über 10 Jahre
in München gelebt
und mit bayrischem
(!!!) Akzent die
Ansagen von Sänger
Alex übersetzt und
kommentiert. Ein
Konzert, das
wahrscheinlich so
niemand erwartet
hätte am wenigsten
die Band selbst.
Damit hatten sie die
Meßlatte für die
Helden hoch
angelegt.

Aber sind wie mal
ehrlich: Wenn eine
Band so natürlich
und charmant ist wie
Judith Holofernes
und ihre Mannen kann
man das Publikum nur
mitreißen. Menschen,
die jede Textzeile
mitsingen können und
schon nach der
ersten Noten
frenetisch
kreischen, hat man
bei deutschen Bands
eher selten – es sei
denn sie Scorpions
spielen „Winds Of
Change“. Dieses
Anhängertum wussten
WSH auch zu belohnen,
indem sie zwei neue
Songs spielten und
eine wunderschöne
Coverversion von Rio
Reisers „Halt dich
an deiner Liebe
fest“. Spätestens
damit war klar, dass
sie mit nur einer
Zugabe nicht
davonkommen
würden...

Ein Konzert also,
dass wie man es von
den Helden gewöhnt
ist sehr
unterhaltsam war.
Und was sie noch
symphatischer macht
ist, dass sie mit
Franz Ferdinand als
Support mal wieder
Geschmack in Sachen
Musik bewiesen
haben.

(Sandra Zapke, c.t.-das Radio)

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