Konzertschau

Fettes Brot / Fiva & Radrum - Dortmund, Soundgarden
17. April 2005

Ich liebe Sprichwörter: Für jede Situation gibt es ein passendes. Das Sprichwort meiner Wahl zum Konzert von Fettes Brot im Soundgarden Dortmund wäre: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Denn der Soundgarden hatte zu viele Tickets in den Vorverkauf gegeben und schloss, nachdem die Oberkante Unterlippe erreicht war, einfach seine Pforten, trotzdem draußen noch Leute mit gültigen Tickets wedelten. Schnell den Schweiß von der Stirn gewischt, denn wir waren drin und hatten einen super Platz auf der oberen Ebene ergattert. Der Wermutstropfen des Abends: DAB! Warum wird in Dortmund eigentlich so .... aber egal, denn schon begann der Support-Act Fiva & Radrum.

Ich bin heute weder in der Stimmung zum Beschimpfen und Niedermachen, noch zur wohlwollenden Kritik. Warum macht man so was: Eine Frau ohne Rhythmusgefühl und noch weniger Gespür für die deutsche Sprache, die Mitleid beim Publikum sucht, weil sie früher wahrscheinlich immer nur klein gemacht wurde, gehört einfach nicht auf eine Bühne. Jedenfalls nicht öffentlich! Hauptact her, aber zackig!

Fettes Brot boten, was sie auf Platte längst versprochen hatten – eine verdammt coole Show, mit Händchenhalten zu Beginn hinter einem weißen Vorhang und genau der richtigen Mischung aus neuem Material (‚Wie Immer‘/ ‚Yasmin‘/ ‚Lauterbach‘ und ‚Emanuela‘ usw.) und alten Hits (‚Schwule Mädchen‘/ ‚Nordisch by Nature‘/ ‚Jein‘ usw.). So packte man das Publikum und konnte sich Sprüche leisten wie man wollte eigentlich in dieser Gegend mal eben einen Fußballverein kaufen .... großes Fettnäpfchen Jungs, aber ganz ganz großes! Die Begeisterung und Sympathien waren aber an diesem Abend auf jeden Fall für Fettes Brot reserviert, die dies mit einer sehr langen Show honorierten. Eigentlich wurde jeder Song vom Publikum abgefeiert und es ist wohl kaum der Erwähnung wert, dass es natürlich Zugaben gab.

Neben dem DAB gab es an diesem Abend noch einen weiteren Wermutstropfen: munkelt man doch, dass dies vorerst letzte Clubtour gewesen sei, denn die Jungs haben das verführerische Blut der großen Hallen geleckt. Aber bei ihrem Charme gönnt und verzeiht man ihnen auch solche Entwicklungen.

Ach ja, noch was in eigener Sache:

Lieber Soundgarden,

es ist gar keine gute Idee bei einem Konzert Verzehrkarten zu verteilen, denn ich weiße nicht, ob es nun Zufall ist oder nicht, aber bei jedem Konzert, auf dem ich bis jetzt war, gehen alle Leute zum gleichen Zeitpunkt – sprich: direkt nach dem Konzert. Dem entsprechend ist es vorprogrammiert, dass sich die Leute im Vorraum vor den Kassen stapeln. Das Verlassen eines Konzertes gleicht bei euch daher immer einem KAMPFEINSATZ ( Ó By Fettes Brot). Aber das nur am Rande - so als klitzekleine Anregung für die Konzert-Zukunft...ansonsten war’s aber schön bei euch und beim Fetten Brot!

(Sandra Zapke, CT das radio)

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