Konzertschau

Dredg / Verdena - Bochum, Zeche
1. Dezember 2005

Wer versucht, das musikalische Spektrum von Dredg näher zu skizzieren, landet oft bei Sätzen wie "schwer zu beschreiben" oder "passen in keine Schublade".
Da ist es doch besser, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen und Dredg einmal live zu erleben.

Der Abend begann dann auch sehr gediegen bei einem Pilschen an der Theke der bis auf den letzten Platz ausverkauften Bochumer Zeche.

Den Support machte die Band Verdena aus Italien, die mit ihrem brachialen Rock die Zuschauer nach einer kleinen Gewöhnungsphase für sich gewinnen konnte.
Die Italiener überzeugten mit ihrer Mischung aus verschiedensten Rockelementen. Dass der Gesang italienisch war, dürfte wohl den wenigsten aufgefallen sein.

Nach einer ca. 40 minütigen Umbaupause kamen dann Dredg auf die Bühne und legten mit "Ode To The Sun" einen schnellen Start hin. Die Mischung stimmte und die Zuschauer waren begeistert. Bei Dredg ist eigentlich für fast jeden etwas dabei. Schnelle, teils aggressive Riffs, grandiose Drums, spärische elektronische Klänge aber auch besinnliche Töne. Abgerundet wird das Ganze durch die melodiöse Stimme des Sängers Gavin Hayes.
Die 4 Kalifornier sorgten mit ihrer Songauswahl dafür, dass dem Publikum nicht zu schnell die Luft ausging, schnelle, rockige Stücke und ruhige elektronische Klänge wechselten einander ab. Nach einer Spielzeit von etwa 1 1/2 Stunden verabschiedeten sich Dredg, indem sie schon während des letzten Songs anfingen, dem Schlagzeuger seine Trommeln und Becken wegzunehmen. Dieser zeigte sich wenig beeindruckt und spielte weiter, bis dann auch noch seine Snare unter dem Gelächter des Publikums von der Bühne getragen wurde. Entsprechend wurde dann auch keine Zugabe gespielt, aber enttäuscht brauchte niemand sein.

Mit dem Auftritt in der Bochumer Zeche, der gleichzeitig der Abschluss der Deutschlandtour war, haben Dredg gezeigt, dass man in Zukunft wohl noch mehr von ihnen hören wird.
Vielleicht war es die letzte Möglichkeit, eine Band wie Dredg in so gemütlicher Atmosphäre zu erleben. (Simon Nagel, hochschulradio düsseldorf)

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