Konzertschau

Distillers, The - Essen, Zeche Carl
18. Februar 2004

Schon im November letzten Jahres wollten die Distillers Essen rocken, doch sie mussten das Konzert aus organisatorischen Gründen absagen. Der Nachholtermin wurde auf den 18.2.2004 terminiert.
An diesem Abend erschienen die Distillers dann auch, um unter anderem das neue Album „Coral Fang“ zu präsentieren. Nach dem die etwas unbekannte Vorgruppe von der Bühne gegangen war, die eigentliche Vorgruppe hat kurz zuvor abgesagt, war es nun Zeit für die Band um Sängerin und Bandkopf Brodie.
Wie aus dem Nix tauchten sie auf einmal auf, standen plötzlich auf der Bühne und legten gleich los. Auffällig war, dass drei Mitglieder der Band T-Shirts von den Queens Of The Stone Age trugen, wohl deswegen weil Brodie mit dem Kopf dieser Band zusammen ist. Nach und nach kamen alle Hits der Band untermalt von harten Gitarrenklängen und einer rohen Stimme von Brodie, bei der man fühlt, dass sie die Texte nicht nur singt, sondern sie auch fühlt. Es laufen überwiegend Songs vom neuen Album „Coral Fang“ wie z.B.“Drain The Blood“ oder „Beat Your Heart Out“. Zwischendurch dann der Hit „City of Angels“
, mit dem die Distillers ihren Durchbruch schafften. Zwischen den Songs verhält Brodie sich sehr passiv. Keine Ansagen, keine großen Worte, kein Lächeln, kein Zucken im Gesicht. Ein, zweimal ertönt ein leises Thank You nach dem Applaus, aber das sollte es schon gewesen sein. Nach dem letzten Song versucht die Sängerin das Konzert so zu beenden wie es früher Nirvana oder sogar die Sex Pistols getan haben, sie stürzt sich auf das Schlagzeug, reißt einzelne Teile heraus und schmeisst sie ins Publikum. Kurz gesagt sie sorgt für Chaos auf der Bühne. Bleibt nur die Frage, ob dass das wahre Gesicht der Band ist oder ob das nur Show ist, denn kaum verlassen die Gegenstände die Hände von Brodie schmeißt sich ein Security Mensch hinterher, um das teure Equipment doch noch zu retten. Sicherlich ist musikalisch an dem Gezeigten nix auszusetzen, aber unklar ist einerseits warum die Band sich mit alten Punk Klischees präsentieren muss indem sie die Kälte, Härte und gleichgültige Haltung auf übertriebene Art und Weise darbieten und andererseits auch den Eindruck dadurch hinterlassen, dass ihnen das alles auch kein bisschen Spass macht. Der Zuschauer spürt praktisch den kalten Wind der von der Bühne weht.

(Martin Zalewski, hochschulradio)

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