Konzertschau

Beatsteaks | Turbostaat - Dortmund, Westfalenhalle 1
6. April 2008

Ein sonniger April Montagabend in Dortmund. Vor den Toren der Westfalenhalle treffen mehrere tausend Menschen aufeinander. Der Abend wird geprägt sein durch drei Bands, die an diesem Abend die Dortmunder Westfalenhallen zum beben bringen werden. Auf unterschiedlichste Art und Weise.

In der Halle 2 sind Menschen mit wasserstoffblondierten Haaren zu treffen, die bei dröhnenden Elektrostößen sowie den Worten von H.P. Baxxter und seinen Freunden von Scooter das Technobein erheben und auch mal gerne „Hyper Hyper“ skandieren.

In der Halle 1 warten mehrere tausend Menschen, die meisten davon in schwarzen Bandshirts gekleidet, auf die aufstrebende Flensburger Deutschpunk Band Turbostaat und den 5er aus Berlin um Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß namens Beatsteaks. Aufgrund persönlicher Präferenzen wurde dann doch die Halle 1 vorgezogen.... in diesem Sinne Grüße an Scooter und „How Much Is The Fish“.

Die Fünf Flensburger wussten als Supportact vor dem großen Dortmunder Publikum zu bestechen. Auch sie sind kein unbeschriebenes Blatt mehr und haben sich seit 1999 durch zahlreiche Liveauftritte eine große Fanbasis erspielt. Die Norddeutschen hatten auch ihr neues Album namens „Insel“ im Gepäck, das exklusiv auf der Tour verkauft wird. (Eine Kaufempfehlung kann reinen Gewissens ausgesprochen werden). Aber auch die vergangenen Alben „Schwan“, „Flamingo“ und „Vormann Leiss“ wurden an diesem Abend in gewohnter Turbostaat Livemanier zum Besten gegeben. Knackig und roh. Frontmann Jan Windmeier war die Freude vor solch einer Kulisse zu spielen sehr gut anzusehen, eine gut gefüllte Westfalenhalle 1 steht nicht immer auf dem Liveprogramm der Flensburger. Aber wer weiß was da in den kommenden Jahren noch kommen wird für die fünf Turbostaatler…

Der Vorhang schließt sich nach Turbostaat und auf dem Programm stehen jetzt Fünf Berliner, die sich in den vergangenen Jahren mit den Alben „Smack Smash“, „48/49“ und „Limbo Messiah“ einen großartigen Namen erspielt und erschaffen haben. Bedacht mit den großen Preisen diverser Radiostationen im Bundesgebiet, entern Arnim Teutoburg-Weiß und seine weiteren vier Beatsteaks mit „She Was Great“ die Bühne der Westfalenhalle 1. Auch die Sitzplätze in den Oberrängen wurden ab dem ersten Song in Stehplätze umfunktioniert. Vor den Augen seiner Eltern bestach der Frontmann der Beatsteaks mit seinen Entertainerqualitäten. Aber auch Bernd Kurtzke und Peter Baumann wussten das Publikum nicht nur durch die Kompetenzen an ihren Gitarren zu beeindrucken. So entfachte während des Konzerts ein feiner Wettstreit zwischen den beiden, welche Seite der Westfalenhalle wohl lauter sein könnte. Auch kleine Seitenhiebe auf Scooter, die in der Westfalenhalle 2 zeitgleich spielten wurden ausgeteilt. Wobei Arnim immer noch Scooter den Berliner Hip Hoppern um den Typen mit der Maske vorziehen würde…

Das Konzert der Beatsteaks war eine mächtige Soundwand in der Westfalenhalle 1. Auch die Perfomance auf der Bühne ließ keine Wünsche offen. Soundmäßig konnten sie ihr Potenzial ausspielen und wurden mit passender Technik belohnt.

Marten Ebsen von Turbostaat durfte zwischendurch nochmal ran und spielte mit den Beatsteaks „Frieda und die Bomben“. Die Bandverknüpfungen sind eng im Rockbusiness. Natürlich durften an diesem Abend auch nicht die Beatsteaks Klassiker „Hand in Hand“ und „I Don´t Care As Long As You Sing“ fehlen. Aber diese Songs wurden immer noch überboten von dem Song „Let Me In“ von dem Album „Living Targets“ aus dem Jahr 2002. Unglaubliche Energien wurden nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum frei gesetzt… Die Routine ist den Berlinern inzwischen anzumerken. Sie wissen, wie sie ihre Fans im Griff haben.

Die großen Überraschungen blieben bei der größten Hallenshow der Band bis dato zwar aus, aber mit einem wohlfühlenden Abschlussstück namens „Big Attack“ ging der Abend stimmig zu Ende. Vorgetragen von Bühnenderwisch Arnim Teutoburg-Weiß in einer intimen Soloversion. (Jens Füchtenhans, eldoradio*)

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