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Spuckt man in die eigene Suppe und regt sich über Menschen auf, zu denen man selbst gehört? NATÜRLICH!!! Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch ich bin Musikjournalistin, führe Interviews und schreibe Rezensionen. Genau aus diesem Grund nehme ich mir auch die Freiheit raus meinen Mund aufzumachen, denn ich kann da etwas ganz bestimmtes einfach nicht mehr ertragen. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn der Stift und die Tastatur zur Waffe werden. Deswegen wird das nun folgende auch eine Abrechnung mit einigen Dingen, die mir in den letzten Monaten so untergekommen sind.
Ich kann die Großkotzigkeit und Kaltschnäuzigkeit einiger Journalisten einfach nicht mehr ertragen. Natürlich sind Musiker keine Herrgötter und es gibt genug Musik die mir nicht gefällt. Trotzdem sollte man Menschen die Musik machen und den Mut haben sich auf eine Bühne zu stellen einen gewissen Respekt entgegenbringen.
Liebe Kollegen, warum macht ihr diesen Job eigentlich? Weil ihr Musik liebt oder weil ihr es liebt eure Macht auf Kosten anderer auszuspielen, indem ihr alles niedermacht. Für ein paar Zeilen gehört euch die Welt und genau dieses Machtgefühl kostet ihr bis zum letzten Buchstaben aus. Reine Sebstbefriedigung, nach der ihr süchtig seid, oder? Ihr schreibt anspruchsvolle Rezensionen, die kein Mensch da draußen versteht und bei denen ich mich ernsthaft frage, ob ihr euch bei Stehparties nur traut hinter vorgehaltener Hand zu lachen und am kühlen Weißwein nippt, während ihr pseudo-intellektuelle Gespräche führt. Warum muss jede Musik anspruchsvoll sein? Rock 'n' Roll soll doch schließlich Spaß machen und uns aus dem langweiligen Alltag reißen.
Warum schreibt ihr schlecht über Bands aus euren Heimatländern? Könnt ihr es nicht ertragen, dass diese Bands auch im Ausland bekannt werden?
Noch mehr kotzen mich die Journalisten an, die eine Band so lange gut finden und unterstützen bis diese in die Charts geht und von diesem Zeitpunkt an dann zum bösen, bösen Mainstream gehören. Dann wird sie ganz schnell schlecht gemacht und in Grund und Boden geschrieben. Vergessen ist, dass man selbst ja "mit schuldig" ist am Erfolg der Band.
Ebenso schlimm ist die Spezies der verkappten Musiker, die selbst nie erfolgreich geworden sind und dann meinen in ihrer Rezension einen persönlichen Kleinkrieg anzetteln zu müssen. Für das eigene Scheitern kann aber wohl kein anderer etwas. Hey, Hilfestellung beim Aufarbeiten der eigenen verletzten Eitelkeiten und beim Im-Zaume-Halten von Neidgefühlen bekommt man beim Therapeuten um die Ecke.
Wo ist euer Gewissen? Habt ihr überhaupt eins? Hat euch irgendjemand überhaupt mal einen Funken Respekt beigebracht? Musikjournalisten halten sich oft für unglaublich mächtig, da sie mit ihrer Rezension über gut und schlecht entscheiden. Viele suhlen sich in dieser Macht und nehmen sich Unverschämtheiten raus, bei denen es mir eiskalt den Rücken runterläuft.
Dabei ist die Wahrheit so einfach wie bitter für die selbsternannten Göttern unter den Musikjournalisten. Nicht ihr seid diejenigen, die das Urteil fällen, sondern es ist der Hörer. Er ist der wahre Fan und dieser zeichnet sich durch eine Eigenschaft aus, die vielen Kollegen da draußen abgeht: LEIDENSCHAFT!!!! Einen wahren Fan schert es nicht ob Journalist XY das Album scheiße findet, weil es nicht anspruchsvoll genug ist oder die Band zu bekannt. Der Fan wird es in den Player schmeißen, eine gute Zeit haben und sein eigenes Urteil fällen.
Katrin Jungmann, CT das radio
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